Mediziner/innen und Zahnmediziner/innen sind im klinischen Berufsalltag besonderen Stressoren ausgesetzt, die psychische Erschöpfungssymptome zur Folge haben können, welche wiederum zu einer reduzierten persönlichen Leistungsfähigkeit und ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen können. Es liegen Hinweise darauf vor, dass insbesondere der Klinikeinstieg für junge Berufsleute eine besondere Herausforderung und Belastung darstellt. Die dargestellte Studie betrachtet daher die besondere Situation von Berufseinsteigern/innen in den klinischen Ausbildungssemestern sowie der sie ausbildenden - in der Regel ebenfalls noch jungen - Assistenzärzte/innen. Gina Mösken, Michael Dick & Theo Wehner Ausgabe 4: Den Arbeitsbegriff weiter denken: Zur subjektiven Wahrnehmung von Arbeitstätigkeit durch freiwillig engagierte Menschen
Erwerbsarbeit verändert sich derzeit organisatorisch wie inhaltlich in starkem Maße. Kriterien dafür, was heute „gute“ Arbeit ist, können nicht einfach aus der traditionellen industriellen Arbeit in neue Formen von Dienstleistungs-, Wissens- und freiberuflicher Arbeit übertragen werden. Das vorzustellende Forschungsprojekt ermittelt Motive guter Arbeit durch den Vergleich verschiedener Formen von Tätigkeit aus der subjektiven Sicht der Arbeitenden. Erhard Tietel Ausgabe 3: Der Ort des Betriebsrats in der sozialen Topographie des Betriebes Subjektive Erfahrung von Betriebsräten
Das Forschungsprojekt „Subjektive Erfahrung von Betriebsräten" untersuchte die Frage, wie Betriebsräte den gegenwärtigen Wandel ihrer Rolle erleben und verarbeiten. Ein zentraler Aspekt betriebsrätlicher Erfahrung betrifft dessen Verortung in der sozialen Topographie des Betriebes. Betriebsräte erleben sich Geschäftsleitungen gegenüber sozio-räumlich tiefer und damit statusmäßig niedriger angesiedelt, als dies ihren Vorstellungen entspricht, während sie andererseits über den von ihnen Vertretenen residieren. Wenngleich diese Position der von mittleren Führungskräften ähnelt, ist die Verortung von Betriebsräten paradoxer, da diese sich auf eine eigentümliche Weise zugleich oben und unten dazugehörig fühlen. Dies legt es nahe, den Betriebsrat in Kategorien des ‚In-Beziehung-zu' zu denken, also in seinen heterogenen Beziehungsverhältnissen, die sich nur schwer als zusammenhängende Einheit fassen und in die strukturelle und hierarchische Ordnung einer Organisation einpassen lassen. Stefan Hannemann, Albert Vollmer & Theo Wehner Ausgabe 2: Koexistenz von face-to-face und virtueller Kommunikation beim netzwerkbasierten Ideentausch Am Beispiel der Koordinationsgruppe eines interorganisationalen Netzwerks
Eine Frage im Kontext virtueller Zusammenarbeit betrifft die Wahl von Kommunikationsmitteln. Aus einer
arbeitspsychologischen Perspektive wurde untersucht, welchen Anteil computervermittelte Kommunikation bei der Bewältigung
von Koordinationsaufgaben in einem virtuellen Netzwerk zum interorganisationalen Ideentausch ausmachen, und welche Probleme
beim Übergang von direkter zur computervermittelten Kommunikation auftraten. Es wurden halbstrukturierte Interviews mit
Mitgliedern der die Netzwerkaktivitäten koordinierenden Gruppe geführt.
Direkte Kommunikation wurde bei Problemdiskussionen, für die Aufgabenverteilung in der Gruppe sowie zum Kennenlernen
bevorzugt genutzt. Computervermittelte Kommunikation eignete sich bei rein sachlichen Fragen sowie für Arbeiten auf der
virtuellen Plattform, die für den Ideentausch zur Verfügung stand. Michael Dick, Katrin Nebauer & Katrin Schrader Ausgabe 1: Triadengespräche als Methode des Wissens und Erfahrungstransfers: Die Evaluation einer Pilotanwendung
Der Beitrag dokumentiert eine Evaluationsstudie über die Einführung einer dialogorientierten Methode des Wissensmanagements in einem Industrieunternehmen. Das Triadengespräch dient der Explikation und Weitergabe erfahrungsbasierten Wissen zwischen Experten und Novizen, es wird von einem Laien moderiert. Die Studie zeigt, dass durch dieses Verfahren Wissen nicht nur weitergegeben, sondern auch zu einem hohen Anteil von den Novizen genutzt wurde. Entsprechend stößt das Verfahren auf eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern und wird im Anschluss an dieses Pilotprojekt unternehmensweit eingeführt.