Circa ein Jahr nach der Pilotanwendung von Triadengesprächen kann ein positives Fazit gezogen werden. Es wurde erfahrungsbasiertes Wissen von Experten weiter-geben und von den Zuhörern und Novizen auch in hohem Maß angewendet. Die Methode, die den persönlichen, direkten Austausch von erfahrungsbasiertem Wis-sen unterstützt, erfährt bei den Teilnehmern eine hohe Akzeptanz. Der Nutzen wird vor allem in der Vermittlung von Fach- und Organisationswissen gesehen. Im Vergleich mit anderen, bewährten Wissensmanagementmethoden schneidet das Triadengespräch gut ab.
Die Einsatzszenarien sind vielfältig. Die Stärken der Methode entfalten sich aber besonders in Situationen, in denen ein unmittelbarer und zielgerichteter Wissens-transfer nötig ist (z.B. bei Neueinstellung, Abteilungswechsel oder wenn das Wis-sen von Senior Experten weitergegeben werden soll). Hinzu kommt, dass Triadengespräche mit einem relativ geringen Aufwand (ruhiger Raum, ca. eine Stunde Zeit, Materialien für Notizen) durchgeführt werden können.
Die Entwicklungspotenziale der Methode „Triadengespräch“ liegen vor allem in einer gezielten und bedarfsorientierten Auswahl der Teilnehmer, Themen und Einsatzsituationen. Denn dadurch lassen sich zukünftig falsche Erwartungen und daraus resultierende Enttäuschungen bei den Mitwirkenden vermeiden. Ebenso sollte die Implementierungs- und Vorbereitungsphase noch sorgfältiger gestaltet werden. Jeder Teilnehmer muss wissen, was auf ihn zu kommt und welche Mitges-taltungsmöglichkeiten er in einem Triadengespräch hat. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verwertung der besprochenen Inhalte aus den Triadengesprächen. Es besteht der Wunsch, die Inhalte anderen Personen zugänglich zu machen. Die Form, in der dieses geschehen soll, ist vielfach diskutiert worden. Ein abschließendes und zu-frieden stellendes Ergebnis konnte aber bisher nicht gefunden werden.
Der Laie nimmt eine wichtige Rolle in den Triadengesprächen ein. Er legt den Ge-sprächsrahmen fest und unterstützt die anderen Teilnehmer durch gezieltes Nach-fragen. Dennoch kann seine Rolle noch stärker in Richtung Moderation gestaltet werden – was durch ein anderes Arbeitspaket desselben Vorhabens bereits begon-nen wurde.
Zuletzt bleibt festzuhalten, dass von den Befragten dialogische Formen des Wis-sensaustausches als sehr wichtig erachtet werden. Methoden wie Mentorenpro-gramme, kollegiale Gespräche in der Cafeteria oder bei Abteilungsmeetings und auch das Triadengespräch schneiden im Ranking gut ab. Immer wieder betonten die Befragten, wie wichtig es sei, sich mit den Kollegen bei fachlichen Problemen direkt austauschen zu können. Es wird deutlich, dass diese informellen Wege des Erfahrungsaustausches an Bedeutung gewinnen, aber dennoch wenig methodisch gestaltet werden. Die Möglichkeiten dazu nehmen bei wachsendem Arbeitsdruck und erhöhter Mobilität der der Beschäftigten ab, die mobile Kommunikationstech-nologie macht direkte Begegnungen ebenfalls seltener. Die Methode des Triaden-gesprächs zeigt einen Weg auf, diese Lücke erfolgreich zu schließen.