Empirische Arbeitsforschung
Empirische Beiträge aus der Psychologie, Soziologie und Pädagogik der Arbeit
Herausgegeben von Prof. Michael Dick & Prof. Theo Wehner
ISSN 1614-1415    
 
 
         

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   Empirische Arbeitsforschung, Ausgabe 2

2 Kooperation und virtuelle Organisation


2.1 Kooperation in und zwischen Organisationen

Kooperationen sind in erster Linie Zweckgemeinschaften. So definiert Balling (1998) in sehr allgemeiner Form: "Kooperation [wird] als freiwillige Form der Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehr rechtlich und wirtschaftlich weitgehend selbständigen Unternehmen verstanden, bei der zum Zwecke einer besseren Zielerreichung der Beteiligten bestimmte Funktionen gemeinsam realisiert werden." (S. 8).

Je nach Betrachtungsebenen lassen sich unterschiedliche Kooperationsformen unterscheiden. So hat Link (2001) die folgende Kategorisierung aus der Literatur zusammengefasst:

Tabelle 1: Kooperation im weiteren Sinne (nach Link, 2001, S. 56).

Innerbetriebliche Koop.

Zwischenbetriebliche Koop.

Überbetriebliche Koop.

Arbeit im Team

Joint Ventures

Kartelle

Funktionale Kooperation

Strategische Allianzen

Handwerkskammern

Zusammenarbeit im Konzern

Unternehmensnetzwerke

Vereine

 

Projektbezogene Koop.

Interessengemeinschaften


Im Hinblick auf den Kooperationszweck lassen sich zumindest zwei wesentliche Unterscheidungen treffen. Kooperationen dienen entweder der gemeinsamen Erstellung eines verkäuflichen Produktes/Dienstleistung oder dem Austausch von Wissen über die betrieblichen Grenzen hinweg. Netzwerke im Produktionsbereich, wie etwa virtuelle Fabriken (z. B. www.virtuellefabrik.ch1), erwarten dadurch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch bessere Kooperation zwischen Unternehmen und Zulieferern, Technologieoptimierung, eine höhere Auslastung der Produktionskapazitäten und eine schnellere Lieferbereitschaft (Millarg, 1998, sowie Schuh, Millarg & Göransson, 1998). In wissensorientierten Netzwerken wie z. B. www.our-ideas.ch, www.ringofideas.de (vgl. Trommsdorf, 2002) geht es vor allem um den betriebsübergreifenden Austausch von Wissen, Ideen, Erfahrung und Verbesserungsvorschlägen. Zu den wissensorientierten Netzwerken ist auch das hier untersuchte Netzwerk Sonet zu zählen.

1 Alle Links wurden am 21. Januar 2006 aufgerufen.

2.2 Virtuelle Organisation

Virtuell meint hier flexibel sowie bisherige Grenzen und Verfahren überschreitend. www.techtarget.com definiert: “A virtual organization or company is one whose members are geographically apart, usually working by computer e-mail and groupware while appearing to others to be a single, unified organization with a real physical location.”

Paetau (2000) sieht die flexible Kommunikationstruktur auf Grundlage der losen Kopplung als charakteristisch an. Mit loser Kopplung wird erreicht, dass “... durch die höhere Autonomie der Teilsysteme behindernde starre Formalstrukturen minimiert, Komplexität reduziert und Flexibilität erhöht werden kann” (S. 131). Virtuelle Organisationen sind nicht mehr an herkömmliche Strukturen von Komponenten (Menschen, Gebäude, Maschinen) gebunden. Virtualität ist von daher nicht auf die Kommunikationsform beschränkt, sondern sie wirkt sich auch auf die Strukturen der Organisationsform aus.

Virtualität bezieht sich in der Regel auf zwei zentrale Aspekte der Kooperation: zum einen in einem betriebswirtschaftlichen Sinne auf die temporäre Konfiguration von Organisationen zur Leistungserbringung, zum anderen auf die informations- und kommunikationstechnische Vernetzung (Wüthrich & Phillip, 1998). Die beiden grundlegenden Wege der Kommunikation (f2f, cvK) werden in diesem Zusammenhang nachfolgend kurz dargestellt.

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