Empirische Arbeitsforschung
Empirische Beiträge aus der Psychologie, Soziologie und Pädagogik der Arbeit
Herausgegeben von Prof. Michael Dick & Prof. Theo Wehner
ISSN 1614-1415    
 
 
         

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   Empirische Arbeitsforschung, Ausgabe 2

4 Ziel der Untersuchung: CvK als Ergänzung oder Konkurrenz


4.1 Das Sozialorientierte Netzwerk für Ideentausch als Untersuchungsgegenstand

Das Projekt Sonet – Sozialorientiertes Netzwerk für Ideentausch2 (Vollmer, Lehmann, Ostendorp & Wehner, 2003) setzte sich zusammen aus kleinen und mittleren Betrieben aus Produktion, Dienstleistung, Gewerbe und Verwaltung. Ziel war der organisationsübergreifende Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen. An die betrieblichen Verbesserungsprozesse anknüpfend sollten Mitarbeitende aus den Mitgliedsorganisationen betriebs-, branchen- und hierarchieübergreifend Fragen und Antworten tauschen. Dazu wurde eine Internet-Plattform zur Verfügung gestellt sowie f2f-Treffen zum direkten Erfahrungsaustausch organisiert. Der Wissenstausch erstreckte sich damit von der Weitergabe von Checklisten bis zur gemeinsamen Entwicklung von Innovationsvorhaben. Nutzenpotenziale wurden insbesondere darin gesehen, dass bei Problemen, mit denen die Betriebe in ähnlicher Weise konfrontiert sind (bspw. Mitarbeitereinführung, Innovationsmanagement, Umweltschutz), unterschiedliche Sichtweisen aufgrund der Heterogenität der Mitgliedsorganisationen zusammen kommen und auf diese Weise kreative Lösungen jenseits herkömmlicher, routinierter Denkmuster entstehen. Der Ideentausch sollte allen Mitarbeitenden offenstehen und hierarchie-übergreifend stattfinden. Hierarchien und Formalitäten als Innovationshürden (Anderson & King, 1993) sollten so überwunden werden. Als Netzwerk-Tool stand eine Internet-Plattform zum interorgansiationalen Projektmanagement (www.webcorp.ch) zur Verfügung, die während der Projektlaufzeit um Tools zum Ideentausch erweitert wurde.

Die Koordination des Ideentausches und der Plattformgestaltung (Regelerstellung für den Tausch, Erfa-Tagungen (Erfahrungsaustausch) etc.) erfolgte in einer Koordinationsgruppe. Sie setzte sich zusammen aus Vertretern aller Projektteilnehmer, den Mitgliedsorganisationen, verschiedenen Verbänden zur Thematik des Ideenmanagements, den beteiligten Forschungsinstituten und der Projekt¬leitung. Die Zusammenarbeit erfolgte sowohl durch persönliche Meetings als auch virtuell über die Internet-Plattform. Insofern erschien die Koordinationsgruppe als Forschungsfeld geeignet.

2 Förderung durch die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Schweizerischen Bundes­amtes für Berufsbildung und Technologie (BBT), Nr. 5126.2 KTS; Sponsoring: Zürcher Kantonalbank (ZKB); Projektlaufzeit: 2001-2003.

4.2 Thesen zur Koexistenz und zum Übergang von f2f zu cvK

Aus den theoretischen Ausführungen gehen folgende Grundannahmen hervor: Einerseits haben beide Medien spezifische Vorteile; andererseits zeichnen sich aufgabenspezifische Präferenzen ab (vgl. Tab. 4). Von daher erscheint eine vollständige Konkurrenz der Kommunikationswege unplausibel. Daneben wurde deutlich, dass unterschiedliche Rahmenbedingungen einen Einfluss auf die Nutzung virtueller Medien bzw. für den Übergang von f2f- zu cvK-Medien eine Rolle spielen.
Daraus ergeben sich folgende zwei Thesen:

1. These:   Eine angemessene Berücksichtigung beider Kommunikationswege (f2f, cvK) bildet eine Voraussetzung für effizientes Arbeiten in der Koordinationsgruppe.
     
2. These:   Der Übergang von direkter zu virtueller Kommunikation wird als unproblematisch empfunden, wenn bestimmte persönliche und System-Voraussetzungen gegeben sind.

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