Mediziner/innen und Zahnmediziner/innen sind im klinischen Berufsalltag besonderen Stressoren ausgesetzt, die psychische Erschöpfungssymptome zur Folge haben können, welche wiederum zu einer reduzierten persönlichen Leistungsfähigkeit und ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen können. Es liegen Hinweise darauf vor, dass insbesondere der Klinikeinstieg für junge Berufsleute eine besondere Herausforderung und Belastung darstellt. Die dargestellte Studie betrachtet daher die besondere Situation von Berufseinsteigern/innen in den klinischen Ausbildungssemestern sowie der sie ausbildenden - in der Regel ebenfalls noch jungen - Assistenzärzte/innen.
In Kooperation mit einer Universitätsklinik aus dem Fachbereich Prothetik wurden die spezifischen Belastungsfaktoren aus der Sicht der Berufseinsteigenden untersucht und klinikspezifische Lösungsansätze abgeleitet. Dieses explorative Projekt orientiert sich methodisch am Action Research Ansatz und hat daher Organisationsentwicklungscharakter. Anspruch der Studie ist eine hohe ökologische Validität, indem dichte Beschreibungen der Situation des Übergangs von der theoretischen in die praktische Ausbildung am Detail und auf realer Basis erfolgen.
Die bei in dreizehn narrativ interviewten Studierenden und Assistenzärzten/innen erhobenen Daten zeigen, dass hohe Ansprüche, mangelndes gegenseitiges Vertrauen, Schwächen in der Kommunikation und Auswirkungen der fehlenden pädagogischen Ausbildung der Ober- und Assistenzärzte/innen zu Überforderungen auf allen Seiten führen. Es zeichnet sich jedoch ein positives Bild hinsichtlich der Ressourcen ab, welche insbesondere im Zusammenhalt der Studierenden untereinander, der Motivation sowie einem positiven Berufsbild liegen. Die Arbeit schliesst mit einem Ausblick auf die auf dieser Grundlage geplante Intervention sowie sinnvolle mögliche weitere Forschung. Hauptaugenmerk der Intervention sollte es sein, eine Vertrauenskultur zu schaffen, die Kommunikation und Kooperation im klinischen Alltag zu verbessern sowie die pädagogischen Kompetenzen der Ausbilder/innen zu verbessern. |